|
» vorgestellt:
Die Wälder des Erzgebirges wurden einst von Räuberbanden, Schmugglern und Wildschützen durchstreift. Manches stille Dorf entpuppte sich als Räubernest. Aber nicht nur Mord, Raub und Diebstahl beschäftigten die Gerichte. Hinzu kamen Hexenprozesse wie in Annaberg, Wolkenstein oder Zschopau, Kindsmorde wie in Crottendorf oder Königswalde.
Geständnisse wurde durch grausame Folter erpreßt. So kam eine junge Frau in Geyer wegen angeblichen Giftmordes aufs Schafott. Die unterschlagene Zinnabgabe brachte einen Ehrenfriedersdorfer an den Galgen. In Schneeberg wurde ein 19jähriger, der sich als Goldmacher ausgegeben hatte, geköpft.
Weniger blutig verliefen der Fall Prinz Lieschen aus Lunzenau, die Bierkriege in Auerbach und Zöblitz, die Maschinenstürmerei der Nagelschmiede und Posamentierer. Am Ende dieses erzgebirgischen Gewaltszenariums steht der Tod des deutschbömischen Wilderers Hubert Hippmann im Neuendorfer Forst - ein spannendes erzgebirgisches Pitaval!
Im Rahmen der Buchpräsentation wurde auch eine besondere qualvolle Form der Todesstrafe des mittelalterlichen Strafvollzuges demonstriert, das “Rädern”.
Buchauszug:
Das “Rädern” war eine sehr qualvolle Todesstrafe und verlief in zwei Stufen. Zunächst wurde der Verurteilte entkleidet, mit dem Rücken auf den Boden gelegt und seine ausgestreckten Gliedmaßen mit Stricken oder Riemen befestigt. Zur Erhöhung der Qualen wurden unter die Gelenke Hölzer gelegt. Der Scharfrichter brach ihm dann mit wuchtigen Schlägen alle Knochen.
Sinn der Schläge war nur das Zerschlagen der Knochen, nicht die sofortige Herbeiführung des Todes. So war es eine Gnade für das Opfer, wenn der letzte Schlag auf Herz oder Hals gesetzt wurde und so der Tod schnell eintrat...
|
 Buchpräsentation in Großrückerswalde
Autor Karl-Heinz Melzer
Räuber- und Mordbanden, Gaukler, Pascher und Wildschützen im Erzgebirge
 Denkwürdige Kriminalfälle aus sechs Jahrhunderten ISBN 978-3-910195-58-5
|